Stress und Nervensystem: Warum wir manchmal die Notbremse brauchen
Ich beschäftige mich viel mit dem Nervensystem.
Mit Regulation. Mit Breathwork. Mit Embodiment. Und mit der Frage, wie wir unseren
Körper wieder besser wahrnehmen können.
Dabei gibt es einen Gedanken, der mir immer wichtiger wird:
Du musst nicht lernen, alles besser auszuhalten.
Manchmal ist eine Situation schlicht zu viel. Dann brauchen wir nicht die nächste Atemtechnik.
Dann müssen wir raus.
Stress und Nervensystem: Nicht alles muss reguliert werden
Wenn wir über Nervensystemregulation sprechen, kann schnell der Eindruck entstehen, wir müssten nur die richtigen Werkzeuge kennen.
Atmen. Bewegen. Meditieren. Den Körper spüren.
Danach können wir wieder weitermachen.
Aber wohin eigentlich?
Zurück in denselben Alltag, der uns seit Monaten überfordert?
Zurück zu einem Kalender, bei dem wir morgens schon wissen, dass wir ihn kaum schaffen?
Zurück in Situationen, bei denen unser Körper längst jedes Mal mit Anspannung reagiert?
Das möchte ich unter Nervensystemarbeit nicht verstehen.
Regulation kann uns helfen, mit den Anforderungen unseres Lebens umzugehen.
Sie sollte uns nicht dabei helfen, unsere eigenen Grenzen immer länger zu übergehen.
Dein Körper darf auch sagen: Bis hierhin
Wir sprechen viel darüber, die Signale unseres Körpers früher wahrzunehmen.
Dann müssen wir aber auch bereit sein, diese Signale ernst zu nehmen.
Vielleicht merkst du morgens schon, dass du erschöpft bist.
Vielleicht schläfst du seit Wochen schlecht.
Vielleicht bist du schneller gereizt als sonst.
Oder dein Körper zeigt dir längst, dass es gerade zu viel ist.
Und trotzdem machen wir weiter.
Der Termin ist wichtig. Andere verlassen sich auf uns. Wir wollen niemanden enttäuschen. Diese Woche ist ungünstig. Nächste Woche wird bestimmt ruhiger.
Nur wird sie das oft nicht.
Irgendwann dürfen wir uns fragen, warum wir unseren Körper überhaupt besser wahrnehmen wollen, wenn wir anschließend jedes Signal übergehen.
Manchmal bedeutet Regulation, aus der Situation herauszugehen
Nicht jeder Zustand muss innerhalb der Situation reguliert werden.
Manchmal ist die passende Reaktion, eine Grenze zu setzen.
Einen Termin abzusagen.
Das Handy auszuschalten.
Eine Aufgabe abzugeben.
Zu sagen: Ich kann das heute nicht.
Oder sich für eine Weile komplett aus dem Alltag herauszunehmen.
Das muss nicht erst passieren, wenn gar nichts mehr geht.
Wir dürfen die Notbremse früher ziehen.
Rausgehen ist keine Atemtechnik
Ich liebe Breathwork. Ich arbeite mit Yoga, Embodiment und somatischen Bewegungen.
Aber keine dieser Methoden sollte dafür benutzt werden, dich möglichst schnell wieder funktionstüchtig zu machen.
Wenn dein Leben gerade dauerhaft zu viel von dir verlangt, beseitigen zehn Minuten bewusste Atmung die Ursache nicht.
Vielleicht fühlst du dich danach ruhiger.
Das schwierige Gespräch wartet trotzdem.
Die Entscheidung vielleicht auch.
Oder die Erkenntnis, dass du Abstand brauchst.
Körperarbeit kann dir helfen wahrzunehmen, dass dieser Moment gekommen ist.
Die Entscheidung nimmt sie dir nicht ab.
Was brauche ich gerade wirklich?
Diese Frage ist für mich inzwischen viel interessanter als:
Wie bekomme ich mich wieder runter?
Vielleicht brauchst du Bewegung.
Vielleicht Schlaf.
Vielleicht möchtest du einen Abend deine Ruhe haben.
Und manchmal reicht der Abend auf dem Sofa nicht mehr.
Vielleicht brauchst du einen Tag, an dem du morgens nicht direkt wieder in deinen üblichen Ablauf einsteigst.
Oder ein Wochenende, an dem du deine Tasche packst, losfährst und für eine Weile nicht dafür verantwortlich bist, dass zu Hause alles läuft.
Manchmal lautet die Antwort eben:
Ich muss hier raus.
Abstand verändert nicht automatisch dein Leben
Ich möchte daraus kein großes Versprechen machen.
Ein Wochenende weg löst nicht plötzlich alle Probleme.
Der Alltag ist danach noch da.
Die Arbeit wartet. Die Familie auch. Entscheidungen, die vorher schwierig waren, sind am Montag nicht automatisch leicht.
Aber Abstand kann etwas anderes schaffen.
Du wachst morgens an einem anderen Ort auf.
Du siehst nicht als Erstes den Wäschekorb.
Du überlegst nicht, was du einkaufen musst.
Du musst nicht zwischen zwei Terminen versuchen, irgendwo noch zwanzig Minuten für dich unterzubringen.
Für eine Weile bist du draußen aus den Abläufen, in denen du sonst automatisch funktionierst.
Und manchmal merken wir erst mit diesem Abstand, wie voll es vorher eigentlich war.
Nervensystemarbeit darf auch unbequem werden
Körperwahrnehmung klingt schön, solange unser Körper uns sagt, dass wir eine Pause oder einen Spaziergang brauchen.
Schwieriger wird es, wenn wir merken, dass uns etwas Grundsätzlicheres nicht mehr guttut.
Denn dann reicht Wahrnehmen irgendwann nicht mehr.
Dann folgt eine Entscheidung.
Vielleicht eine kleine.
Vielleicht eine, die einiges verändert.
Für mich gehört auch das zur Arbeit mit dem Nervensystem.
Früher zu merken, wann genug wirklich genug ist.
Und sich dann zu erlauben, darauf zu reagieren.
Genau dafür schaffen wir unsere Retreats
Unsere Retreats sind bewusste Unterbrechungen des Alltags.
Mal für ein paar Stunden. Mal für einen ganzen Tag. Mal für ein Wochenende.
Stephi und ich verbinden dort unsere Arbeit rund um Nervensystem, Frauengesundheit und Körperwahrnehmung mit Breathwork, Embodiment, somatischen Bewegungen, Yoga und Elementen aus Emotional Release und Holistic Fascial Bodywork.
Dabei möchten wir keinen neuen vollen Stundenplan schaffen.
Du darfst dich bewegen. Du darfst dich zurückziehen. Du darfst mit anderen Frauen am Tisch sitzen und reden oder auch einmal deine Zimmertür hinter dir schließen.
Gerade bei unseren mehrtägigen Retreats ist uns dieser Rückzug wichtig. Deshalb hast du bei uns dein eigenes Einzelzimmer.
Wenn du mit einer Freundin kommst und ihr diese Zeit bewusst miteinander verbringen möchtet, könnt ihr euch auch für ein gemeinsames Doppelzimmer entscheiden.
Du darfst erst einmal ankommen.
Und für eine Weile raus sein.
Du darfst erst einmal ankommen.
Und für eine Weile raus sein.
Unsere kommenden Retreats
Frauenretreat am Fichtelsee
13. bis 15. November 2026
Ein Wochenende raus aus dem Alltag. Zurück zu dir.
12. Dezember 2026
Vier Stunden bewusste Auszeit vom Alltag.
16. Januar 2027
Ein Vormittag für dich nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel.
13. März 2027
Vom Kopf zurück in den Körper, Nervensystem & Embodiment
RESET
Das Frauenretreat für deine Pause vom Dauerbetrieb.
4. bis 6. Juni 2027
Die Bleibe am Pfarrhaus · Lautertal, Hessen
Manchmal reicht eine Pause nicht. Manchmal brauchst du RESET.
Mehr Informationen folgen.
Vielleicht brauchst du gerade keine weitere Methode, um noch länger durchzuhalten.
Manchmal musst du raus.



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