Stress und Nervensystem: Warum dein Körper nicht immer Ruhe braucht
Wenn du gestresst bist, musst du dich entspannen.
Klingt logisch.
Und trotzdem erlebe ich immer wieder, dass genau das nicht funktioniert.
Du hattest einen vollen Tag. Viele Gespräche, Termine, vielleicht Kinder, Arbeit und zwischendurch ständig das Handy.
Abends möchtest du nur noch aufs Sofa.
Du sitzt da. Eigentlich ist jetzt Ruhe.
Aber dein Körper hat diese Information noch nicht bekommen.
Du greifst zum Handy. Legst es wieder weg. Dein Kopf springt von einem Gedanken zum nächsten. Vielleicht stehst du noch dreimal auf, weil dir irgendetwas einfällt.
Und irgendwann denkst du: Warum kann ich denn jetzt nicht einfach entspannen?
Vielleicht braucht dein Körper in diesem Moment etwas anderes.
Was passiert bei Stress im Nervensystem?
Ich habe lange gedacht, Entspannung sei das Gegenteil von Stress
Stress auf der einen Seite. Entspannung auf der anderen.
So einfach habe ich das früher auch gesehen.
Je mehr ich mich mit dem Nervensystem und körperorientierter Arbeit beschäftigt habe, desto klarer wurde mir, dass unser Körper so nicht funktioniert.
Unser Nervensystem bewegt sich ständig zwischen unterschiedlichen Zuständen.
Wir brauchen Aktivierung.
Ich brauche sie, wenn ich morgens meine Kinder fertig mache. Wenn ich einen Kurs unterrichte. Wenn ich konzentriert arbeite. Wenn ich mich auf etwas freue.
Stress und Aktivierung sind also nicht automatisch etwas, das wir möglichst schnell loswerden müssen.
Unser Körper muss auch wieder aus dieser Aktivierung herausfinden können.
Und genau das gelingt nicht immer über Stillsein.
Warum Entspannung bei Stress nicht immer hilft
Manchmal möchte dein Körper sich erst bewegen
Ich merke das auch bei mir.
Es gibt Tage, da würde mir eine ruhige Atemübung am Ende eines vollen Tages überhaupt nicht guttun.
Mein Körper möchte sich bewegen.
Also gehe ich. Bewege die Schultern. Schüttle mich aus. Rolle mich auf der Matte durch ein paar Bewegungen.
Danach fühlt sich Ruhe plötzlich ganz anders an.
An einem anderen Tag brauche ich genau das Gegenteil.
Dann möchte ich liegen. Eine Decke über mir haben. Wenig hören. Wenig reden.
Beides kann Regulation sein.
Deshalb finde ich die Frage „Welche Übung hilft gegen Stress?“ gar nicht so interessant.
Mich interessiert viel mehr: Was passiert gerade in meinem Körper?
Wie du die Signale deines Körpers besser wahrnimmst
Dein Körper gibt dir Informationen
Das klingt erst einmal banal.
Aber wie oft fragen wir unseren Körper wirklich?
Nicht: Was sollte ich jetzt machen?
Sondern: Wie fühlt sich mein Atem gerade an?
Ist mein Kiefer angespannt?
Wie fühlen sich meine Schultern an?
Bin ich müde?
Bin ich unruhig?
Möchte ich mich bewegen?
Brauche ich gerade Abstand?
Und dann kommt der Teil, den ich besonders wichtig finde: Nicht jede Wahrnehmung muss sofort verändert werden.
Du darfst auch feststellen:
Heute ist viel in mir los.
Punkt.
Du musst daraus nicht sofort eine Atemtechnik machen.
Nervensystemregulation ist keine neue Aufgabe auf deiner Liste
Gerade rund um das Nervensystem sehe ich inzwischen sehr viele Tipps.
Morgens diese Atemtechnik. Dann den Vagusnerv stimulieren. Kalt duschen. Meditieren. Abends noch eine somatische Übung.
Und irgendwann hast du einen kompletten Tagesplan dafür, endlich reguliert zu sein.
Das widerspricht ziemlich genau dem, wie ich mit dem Nervensystem arbeiten möchte.
Ich möchte nicht, dass du noch mehr erledigen musst.
Ich möchte, dass du deinen Körper besser kennenlernst.
Dass du irgendwann früher merkst: Heute bin ich ziemlich aktiviert.
Oder: Ich bin nicht entspannt, ich bin erschöpft.
Oder auch: Ich brauche gerade keine Ruhe. Ich muss mich erst einmal bewegen.
Diese Unterschiede zu spüren, verändert für mich viel mehr als die nächste perfekte Morgenroutine.
Genau deshalb arbeite ich so gerne über den Körper
Wir können sehr viel verstehen.
Ich kann dir erklären, was Stress ist. Wir können über Sympathikus und Parasympathikus sprechen und darüber, was in unserem Körper bei Aktivierung passiert.
Das Wissen ist wichtig.
Aber irgendwann möchte ich wissen: Wie fühlt sich das bei mir an?
Und da kommen für mich Breathwork, Embodiment und somatische Bewegung ins Spiel.
Nicht, weil eine bestimmte Technik deinen Stress wegmacht.
Sondern weil der Körper dadurch wieder Teil des Gesprächs wird.
Du spürst.
Du beobachtest.
Du probierst aus.
Und irgendwann kennst du vielleicht deine eigenen Signale ein bisschen besser.
Stress Release Workshop in Bayreuth: Stress verstehen und körperlich erfahren
Genau mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in meinem Stress Release Workshop in Bayreuth.
Was passiert bei Stress in deinem Körper und deinem Nervensystem? Warum brauchen wir Aktivierung? Und warum fällt es manchmal so schwer, nach einem anstrengenden Tag wieder herunterzufahren?
Wir schauen uns zuerst an, wie Stress und Nervensystem zusammenhängen. Danach gehen wir in die eigene Körpererfahrung.
Mit Breathwork, Embodiment und somatischen Bewegungen kannst du wahrnehmen, wie sich unterschiedliche Zustände in deinem Körper zeigen.
Du brauchst dafür keine Erfahrung mit Yoga, Breathwork oder Embodiment.



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