Lieber einmal Deep Talk als zehnmal Küsschen rechts, Küsschen links.
Über echte Gespräche, Frauenfreundschaften und warum wir uns manchmal trotz vieler Kontakte erstaunlich wenig verbunden fühlen.

Ich habe immer weniger Interesse an Gesprächen, bei denen wir uns hinterher genauso fremd sind wie vorher.
Kennst du diese Begegnungen?
Küsschen rechts, Küsschen links.
„Na, wie geht's?“
„Gut. Und dir?“
„Auch gut.“
Dann reden wir über die Arbeit, das Wetter, die Kinder, den nächsten Urlaub. Darüber, wie schnell die Zeit vergeht und wie viel gerade wieder los ist.
Man verabschiedet sich, sagt „Wir müssen unbedingt mal wieder etwas machen“ und geht nach Hause.
Es war nett.
Aber irgendwie auch nicht mehr.
Und manchmal frage ich mich: Warum verbringen wir so viel Zeit miteinander und erfahren dabei so wenig voneinander?
Nicht jedes Gespräch muss tiefgründig sein.
Ich liebe es zu lachen. Über völligen Blödsinn zu reden. Einen Abend zu verbringen, an dem es einfach nur lustig ist.
Nicht jedes Treffen braucht die großen Fragen des Lebens.
Und manchmal ist Small Talk auch genau richtig. Nicht jeder Mensch möchte jederzeit über persönliche Dinge sprechen. Und nicht jede Begegnung muss Nähe herstellen.
Aber ich merke, dass mir mit den Jahren etwas anderes immer wichtiger wird.
Echte Gespräche.
Gespräche, in denen wir irgendwann vergessen, auf die Uhr zu schauen.
In denen aus einem beiläufigen „Wie geht's dir?“ plötzlich eine Antwort wird, die länger dauert als zwei Sätze.
Weil jemand tatsächlich zuhört.
Weil wir nicht sofort das Thema wechseln.
Weil wir uns trauen, auch Dinge auszusprechen, die noch nicht fertig gedacht sind.
Ich möchte Menschen nicht nur treffen. Ich möchte ihnen begegnen.
Wir wissen so viel voneinander. Und manchmal so wenig übereinander.
Eigentlich sind wir ständig miteinander verbunden.
Wir sehen auf Instagram, wer gerade im Urlaub ist. Wer ein Haus renoviert. Wer einen neuen Job hat. Wer Geburtstag feiert.
Wir schicken uns Nachrichten, reagieren auf Storys und wissen oft erstaunlich gut darüber Bescheid, was andere Menschen gerade machen.
Aber wissen wir auch, was sie beschäftigt?
Was sie nachts wach hält?
Welche Fragen sie sich stellen?
Was sich in ihrem Leben gerade verändert?
Manchmal kennen wir die Termine, die Urlaubspläne und die beruflichen Erfolge einer Frau besser als ihre Gedanken.
Und das ist eigentlich ziemlich verrückt.
Denn Kontakt ist nicht automatisch Verbindung.
Man kann mit zehn Menschen an einem Tisch sitzen und sich trotzdem allein fühlen.
Und man kann mit einer einzigen Frau einen Tee trinken und nach einer Stunde das Gefühl haben, wirklich verstanden worden zu sein.
Warum sich Frauenfreundschaften in der Lebensmitte verändern können
Ich glaube, dass wir mit zunehmendem Alter anders auf Beziehungen schauen.
Nicht alle Frauen. Nicht immer. Aber ich beobachte es immer wieder.
Mit Anfang zwanzig ging es vielleicht darum, möglichst viel zu erleben. Unterwegs zu sein.
Menschen kennenzulernen. Dazuzugehören.
Mit vierzig oder fünfzig stellen sich manchmal andere Fragen.
Mit wem verbringe ich eigentlich gerne meine Zeit?
Welche Freundschaften sind über die Jahre gewachsen?
Wo kann ich ehrlich sein?
Und wo habe ich das Gefühl, immer eine bestimmte Version von mir zeigen zu müssen?
Gerade in der Lebensmitte verändert sich bei vielen Frauen einiges gleichzeitig.
Kinder werden größer.
Eltern werden älter.
Beziehungen verändern sich.
Berufliche Entscheidungen werden hinterfragt.
Und auch der eigene Körper verändert sich.
Perimenopause und Wechseljahre können Schlaf, Stimmung, Energie und Wohlbefinden beeinflussen. Gleichzeitig bringen diese Lebensjahre häufig Fragen mit sich, die weit über Hormone hinausgehen.
Vielleicht geht es plötzlich weniger darum, überall dazuzugehören.
Und mehr darum, mit den richtigen Menschen wirklich verbunden zu sein.
Manchmal möchte ich keinen Ratschlag. Sondern einfach ein Gespräch.
Wir sind unglaublich schnell darin geworden, Lösungen anzubieten.
Eine Frau erzählt, dass sie gerade erschöpft ist.
Und schon kommen die ersten Vorschläge.
„Du musst einfach mal mehr auf dich achten.“
„Hast du schon Yoga probiert?“
„Vielleicht solltest du deine Ernährung umstellen.“
„Du musst lernen, Nein zu sagen.“
Alles möglicherweise gut gemeint.
Aber vielleicht wollte diese Frau gerade überhaupt keinen Ratschlag.
Vielleicht wollte sie einfach erzählen, wie es ihr geht.
Vielleicht möchte sie nicht, dass jemand ihre Situation analysiert.
Vielleicht braucht sie keine weitere Aufgabe, an der sie arbeiten soll.
Sondern jemanden, der sagt:
„Erzähl mal.“
Und dann tatsächlich zuhört.
Ich finde, wir unterschätzen manchmal, wie wertvoll das ist.
Nicht jedes Problem lässt sich in einem Gespräch lösen.
Aber manche Gedanken werden leichter, wenn man sie nicht mehr ausschließlich mit sich selbst ausmachen muss.
Warum wir mehr echte Begegnungen unter Frauen brauchen
Es gibt etwas, das ich an Gesprächen unter Frauen besonders schätze.
Wenn irgendwann diese anfängliche Zurückhaltung verschwindet.
Wenn eine Frau etwas erzählt und eine andere sagt:
„Das kenne ich auch.“
Und plötzlich entwickelt sich ein Gespräch, das vorher niemand geplant hatte.
Über Beziehungen. Über das Älterwerden. Über den eigenen Körper. Über Veränderungen.
Über Dinge, die man lange für sich behalten hat.
Manchmal wird gelacht.
Manchmal wird es ernst.
Manchmal merkt man erst durch die Geschichte einer anderen Frau, dass man mit einer bestimmten Erfahrung gar nicht so allein ist, wie man dachte.
Natürlich braucht es dafür Vertrauen. Und nicht jede Gruppe entwickelt automatisch diese Nähe.
Aber wenn sie entsteht, ist das etwas Besonderes.
Nicht weil alle Frauen gleich denken. Sondern weil unterschiedliche Frauen einander wirklich zuhören.
ZWISCHEN UNS FRAUEN – mehr als ein Frauenkreis
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum mir die Idee von ZWISCHEN UNS FRAUEN so wichtig ist.
Ich möchte Frauen zusammenbringen, die Lust haben, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Nicht für einen weiteren Termin, den man irgendwie im Kalender unterbringen muss.
Nicht, um sich gegenseitig zu optimieren.
Und auch nicht, weil am Ende jedes Treffens eine neue Erkenntnis stehen muss.
Sondern weil ich glaube, dass echte Begegnungen im Alltag manchmal zu kurz kommen.
Mit ZWISCHEN UNS FRAUEN – Auf einen Tee durch die Wechseljahre entsteht in Bayreuth ein regelmäßiges Treffen für Frauen, die sich über Perimenopause, Wechseljahre und das Leben in dieser Phase austauschen möchten.
Es geht um Frauengesundheit, um Wissen und Erfahrungen.
Aber genauso um die Themen, die sich nicht auf Hormone reduzieren lassen.
Beziehungen. Familie. Beruf. Veränderungen. Das Älterwerden. Und die Frage, wie wir eigentlich leben möchten.
Ich stelle mir einen Raum vor.
Tee.
Frauen, die vielleicht zum ersten Mal nebeneinandersitzen.
Und Gespräche, bei denen man irgendwann gar nicht mehr merkt, dass man sich vor einer Stunde noch fremd war.
Vielleicht entsteht daraus eine Freundschaft.
Vielleicht ein neuer Gedanke.
Vielleicht auch einfach nur ein richtig schöner Abend.
Und das wäre schon ziemlich viel.
Lieber einmal Deep Talk als zehnmal Küsschen rechts, Küsschen links.
Ich wünsche mir nicht weniger Menschen in meinem Leben.
Ich wünsche mir mehr echte Begegnungen.
Mehr Gespräche, die nicht nach drei Minuten wieder an der Oberfläche enden.
Mehr ehrliches Interesse.
Mehr Zuhören, ohne sofort zu bewerten.
Und mehr Momente, in denen wir nicht darüber sprechen, was wir alles machen, sondern darüber, was uns tatsächlich bewegt.
Denn wenn ich an die Gespräche zurückdenke, die mir wirklich etwas bedeutet haben, dann waren es selten die perfekt formulierten.
Es waren die ehrlichen.
Die spontanen.
Die manchmal etwas unbequemen.
Die, bei denen man am Ende noch eine Stunde länger geblieben ist als geplant.
Lieber einmal Deep Talk als zehnmal Küsschen rechts, Küsschen links.
Und vielleicht ist das auch eine schöne Gelegenheit, der Freundin zu schreiben, mit der du schon viel zu lange nicht mehr richtig gesprochen hast.
Nicht nur „Wir müssen mal wieder“.
Sondern:
„Wann hast du Zeit? Ich würde dich gerne sehen.“
Lots of Love to You!
Daniela
ZWISCHEN UNS FRAUEN · Bayreuth


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